Beispiel Malzgasse
St. Alban

Anwohner kritisieren Strassenraumgestaltung

Das Baudepartement zieht die unbeliebte Renovation der St. Alban-Vorstadt ungerührt weiter. Gesammelte Unterschriften von Anwohnern und kritisch gebündelte Voten an der Infoveranstaltung werden ausgeblendet. Ein Gespräch mit Claudio Bachmann bestätigt das.

Kurz zusammengefasst umfasst die Sanierung der Strasse im St. Albanquartier – nebst der Erneuerung der unterirdisch verbauten Leitungen – die Entfernung der Trottoirs und Strassengräben und die Aufhebung der meisten Parkplätze. Anstelle der Trottoirs werden Kopfsteinpflasterbeläge verbaut, die in der Umgangssprache als «Bsetzistei» benannt werden. Das Gestaltungskonzept ist das gleiche, wie es in der Rittergasse umgesetzt worden ist.

Mitwirkung oder Wirkung mit Fragezeichen

Rund 75 Anwohner besuchten die Infoveranstaltung des Baudepartementes an der Dufourstr. 40. Die anschliessende konsultative Abstimmung für das Projekt lehnten alle ab, bis auf SP-Parteimitglied Lisa Mathys. Sie äusserte sich auch per Leserbrief in der BaZ und erwähnte den Vorteil des kinderwagenfreundlichen Projektes. Scheinbar hat ihr diese Sympathie geholfen, um plötzlich im Grossen Rat zu sitzen. Claudio Bachmann ist Hausbesitzer an dieser Strasse und ärgert sich über die fehlende Sensibilität des BVD. «Wenn so viel Ablehnung herrscht, muss man doch die Anwohner respektieren, ihre Einwände und Bedenken seriös abklären und prüfen.» Für ihn ist der Art. 55, «Mitwirkung durch die Bevölkerung», so wie ihn die Protagonisten des BVD auslegen, eine grosse Mogelpackung. Claudio Bachmann fragt sich: Wer bestimmt eigentlich, wie der Wortlaut des Artikels interpretiert werden muss? In diese Richtung konnte man einige Leserbriefe in unseren regionalen Zeitungen finden. In diesen äussern sich die Schreibenden dahingehend, dass die Bereitschaft der Behörden, auf geäusserte Anliegen einzugehen, fehle und diese froh sei, wenn man nichts höre und tun und lassen kann, wie man wolle.

Ihre Meinung?

Das Einzige, was vielleicht hilft, sind breitabgestützte Bewohner-Koordinationen mit vielen Mitgliedern. Melden Sie sich bei unserer Redaktion. Wir sammeln Ihre Reaktionen und Stellungnahmen und leiten sie gerne an Regierungsrat Wessels weiter. Vielleicht hilft ja, bei einem in Wassernähe aufgewachsenen Regierungsrat der Sinnspruch: Steter Tropfen höhlt den Stein?