Die Zeichen, die wie eine wilde Sprayerattacke oder abstrakte Kunst auf dem Teerboden ausschauen sind in Tat und Wahrheit Hinweise auf die vielen im Boden verlegten Leitungen, die demnächst freigelegt werden, um ausgewechselt oder repariert zu werden. Die Zeichen, die wie eine wilde Sprayerattacke oder abstrakte Kunst auf dem Teerboden ausschauen sind in Tat und Wahrheit Hinweise auf die vielen im Boden verlegten Leitungen, die demnächst freigelegt werden, um ausgewechselt oder repariert zu werden.
Fokus

Immense Vermögenswerte unter dem Boden

Die Erneuerung und Sanierung der im Boden liegenden Infrastruktur in der St. Alban-Vorstadt öffnet den Blick auf immense Vermögenswerte die der Öffentlichkeit, sprich im Fall von Basel, dem Kanton direkt oder indirekt gehören. Deren Wert abzuschätzen wäre eine spannende Aufgabe, doch darf man davon ausgehen, dass das, was unter dem Boden liegt einen grösseren Wert aufweist, als alle Hochbauten des Kantons.

Nur ist man sich über diesen Umstand nicht bewusst, eben weil alles unter dem Boden liegt. Dieses Vermögen verbirgt sich vor unseren Augen und wird nur dann sichtbar, wenn der Boden für eine Reparatur aufgerissen werden muss. Dann spüren wir auch, dass plötzlich der Strom nicht mehr fliesst, oder das Wasser. Denn für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass das Wasser aus dem Hahnen fliesst, der Strom aus der Steckdose etc. Was kümmert uns der Weg, wie das alles zu uns in die Wohnung kommt, wenn doch alles reibungslos funktioniert…

Rückkehr einer alten Idee

Auslöser für die Nutzung des Untergrundes als Ort für die diversen Leitungen, die das Wasser, den Strom, die Telekommunikationsignale und Gas ins Haus bringen und das Abwasser mit der Kanalisationsleitung wegführen, geht auf die Zeit zurück, als die Wasserversorgung für die Bewohner gänzlich neu organisiert werden musste, wie im Artikel von Alexandra Nogawa über die Wasserversorgung im historischen Basel aufgezeigt wird. Doch nicht erst in der frühindustriellen Zeit wurde der Untergrund für den Transport von Wasser und Abwasser genutzt. Diese Technik wurde bereits von Völkern in der vorchristlichen Zeit entwickelt und angewandt, dann u.a. auch von den Römern.

Mit der Industrialisierung sowie dem Wachstum und dichteren Nutzung der Siedlungsräume entstand eine grosse Nachfrage nach Wasser, Energie und Kommunikation, aber auch der Abwasserentsorgung. Diese konnte und kann aus logistischer Sicht in den Siedlungsräumen idealerweise im Untergrund gelöst werden. Auf diese Weise kann praktisch jede Liegenschaft erreicht und erschlossen werden. Dabei entsteht ein komplexes Geflecht an Leitungen, die nach gewissen Vorgaben verlegt werden müssen, um deren Sicherheit resp. Betriebssicherheit gewährleisten zu können, aber auch, wenn bei Schäden an einer der verlegten Leitungen, wie etwa bei einem Rohrleitungsbruch, die Strasse aufgerissen und die betroffene Leitung freigelegt werden muss.

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