Allgemein

Emotionen und Gefühle

Gerade zur Frühlingszeit wird viel von Emotionen und Gefühlen gesprochen. Aber was ist eigentlich der Unterschied?

Typisch für alle Emotionen ist, dass sie körperliche und mentale Prozesse koppeln und uns im Extremfall völlig in ihren Bann ziehen. So können wir wie gelähmt sein vor Angst, vor Scham erröten oder blind sein vor Wut. Die Hauptaufgabe der Emotionen ist seit Millionen von Jahren, unseren Organismus auf ein Verhalten vorzubereiten und uns zu einem Handeln zu bewegen. Genau dies steckt bereits im Begriff Emotion, welcher auf die lateinischen Wörter «ex» und «movere» zurückgeht und sinngemäss «Bewegung nach aussen» bedeutet. 

Emotionen vorwiegend
unbewusst 

Die Begegnung mit einem freilebenden Bären etwa lässt automatisch Herzfrequenz und Blutdruck steigen und somit die Blutversorgung der Muskeln verbessern. Als Reaktion auf eine Gefahr bzw. um unseren Organismus auf Kampf oder Flucht vorzubereiten, laufen aber noch zahlreiche weitere Prozesse automatisch und vorwiegend unbewusst ab. Dazu gehört auch der Abwurf von störendem Ballast, was sich in den Redewendungen «vor Angst in die Hose machen» oder «Schiss haben» sehr deutlich zeigt.  

Neben der Steuerung von diversen Körperfunktionen, haben Emotionen aber auch Einfluss auf unsere kognitiven Prozesse. Sie fokussieren unsere Aufmerksamkeit, beeinflussen unser Denkvermögen und regeln sogar unsere Selbsteinschätzung. Dies alles mit dem Ziel, unser Überleben und damit auch unsere Fortpflanzung zu sichern. Emotionen bahnen sich auch unweigerlich ihren sichtbaren Weg nach Aussen, etwa in der Mimik, der Gestik oder im Klang der Stimme. 

Gefühle nur die Spitze des Eisbergs

Die subjektiven Erscheinungen, welche wir als Gefühle bezeichnen, sind lediglich die Spitze des Eisbergs. Sie sind die mentalen Komponenten eines sehr komplexen, umfangreichen und weitreichenden Prozesses und werden uns – wenn überhaupt – meist erst im Nachhinein deutlich. Das, was wir bewusst als Angst, Freude oder Wut erleben, ist nur das Ende einer Ereigniskette, die mit einer Emotion beginnt und mit einem Gefühl endet.