Dani von Wattenwyl (l) im Gespräch mit Stephan Fluri.
Life

Die andere Seite des Dani von Wattenwyl

Wer kennt ihn nicht: Dani von Wattenwyl, welcher unter anderem regelmässig im Telebasel zu sehen ist. Aber haben Sie gewusst, dass er in unserem Quartier zu Hause ist? Im Gespräch gewährt der Basler mit Baselbieter Wurzeln auch Einblicke in seine andere Seite.

Dani von Wattenwyl fühlt sich wohl im «Le Rhin bleu», dem Restaurant des Rhybadhysli, wo das Gespräch stattfindet. Dabei gehen die Wurzeln des prominenten Baslers zurück in die Baselbieter Nachbarschaft, ist er doch in Biel-Benken aufgewachsen. Im Alter von 20 Jahren zog er in die Stadt, und zwar ins Gundeli. Später dann der Wechsel in das Herz von Basel. In der Altstadt, genaugenommen am Nadelberg, verbrachte er viele schöne Jahre, bis sein Sohn Henry auf die Welt kam. Das bedeutete eine intensive Umschau nach einer anderen Wohnmöglichkeit, die auch den Bedürfnissen eines Kindes entspricht. «Die Suche gestaltete sich schwierig, bis wir etwas Vernünftiges gefunden hatten, das erst noch bezahlbar war.» Dabei spielte bei der Auswahl das zu wählende Quartier gar keine Rolle. Die Familie fand schliesslich in unserem Quartier ein kleines Häuschen, bei dem auch das Umfeld in jeder Hinsicht stimmt.

Kritischer Blick auf Stadtentwicklung

Nicht nur die schwierige Wohnungssuche für Menschen, die in der Stadt leben möchten, stimmt Dani von Wattenwyl nachdenklich, sondern auch die Tatsache, dass gerade die Innerstadt von internationalen Investoren aus finanziellen Interessen in Beschlag genommen wird. «Dadurch stirbt sie aus, weil die Preise in die Höhe getrieben werden. Das belastet den Mittelstand immer mehr, sodass auch ihm vermehrt das Geld fehlt, um ein Restaurant zu besuchen und das Stadtleben geniessen zu können.» Dennoch möchte der Gesprächspartner nicht in einer negativen Stimmung verharren, vielmehr zeigt er sich, verbunden mit seinem typischen strahlenden Lachen, begeistert von den Möglichkeiten unserer Stadt, die sie auch in Zukunft bieten wird. Damit versucht er ebenso die nachfolgenden Generationen zu motivieren, sich für sein und ihr Basel zu motivieren. Aus seiner Sicht bietet die Stadt viel, wie etwa den Schwarzpark, Wohnungen, die bezahlbar sind, oder Häuschen mit Flair, die gepflegt und nicht zwingend durch Neubauten ersetzt werden sollten.

Familie statt Ausgang

Gerade sein Haus, das seiner Familie ein ideales Lebensumfeld bietet, schätzt er sehr und freut sich daher, wenn sie möglichst viel hier zusammen sein können. Dies auch auf dem Hintergrund, dass er zwischendurch zweifellos gerne im Ausgang ist, wobei ihn die bei Anlässen oft erlebte Oberflächlichkeit stört. «Je später der Abend, desto sympathischer wurde ich auch jenen Gästen, die mich zuvor noch als arrogant eingestuft hatten. Irgendwann aber mochte ich diese Oberflächlichkeit nicht mehr, dafür bedeutet für mich heute die Familie sehr viel mehr», betont Dani von Wattenwyl. Die Voraussetzungen dafür sind auch deshalb gut, weil seine Frau Sarah im selben Beruf tätig ist, wie er selber.

Die Arbeit im Medienbereich führt dazu, dass das Ehepaar zu Zeiten arbeitet, bei denen andere aufstehen, den Abend oder das Weekend geniessen. «Das ist eine Gewohnheitssache», betont Dani von Wattenwyl, «doch ist damit auch viel Positives verbunden, wie etwa die Möglichkeit, um 12 Uhr Mittag Feierabend zu machen und danach viel Zeit für die Familie zu haben. Das ist wunderbar!» Das erfordere von ihnen zwar mehr organisatorischen Aufwand, doch im Gegenzug könnten sie die unterschiedlichen Tageszeiten miteinander erleben, was nicht jeder könne. «Seine Kinder nur in die Spielgruppe zu geben, liegt heute im Trend, dennoch sollten wir uns mehr Zeit für unsere Kinder nehmen, denn das sind wir ihnen schuldig», wünscht sich Dani von Wattenwyl.

Für ein offenes Leben im Quartier

Wie er zu seiner Familie steht, so zeigt sich der prominente Gesprächspartner ebenso verbunden mit seinem Quartier. «Mir gefällt das Vorhandensein der unterschiedlichen Kulturen ausserordentlich gut. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Bereicherung.» Dies solle man weiter fördern, gleichzeitig sollten sich die Kulturen offen zeigen und sich gegenüber den anderen nicht verschliessen. Aber auch zum Quartier als Lebensraum solle man Sorge tragen, wünscht er sich, indem man etwa auf die Sauberkeit achte und das Quartier schätze.

Reden über Gott und die Welt

Das Gespräch mit Dani von Wattenwyl ist ein Genuss, dabei offenbart er seine Vielseitigkeit und Offenheit. Er ist eben mehr als nur ein kleiner Bilderrahmen an der grossen Wand. Wenn er im Quartier unterwegs ist, dann freut er sich, wenn man ihn anspricht. Und ist er nicht gerade unter Zeitdruck, was bei seinen verschiedenen beruflichen Aktivitäten nicht selten vorkommt, dann freut er sich mit dem Gegenüber über Gott und die Welt sowie natürlich über unser Quartier sprechen zu können. Dies ist ansteckend und motiviert einen, in unserer Zeit, in der man sich lieber zurückzieht, sich zu öffnen für die gemeinsame Zukunft in unserer lebenswerten Heimat.