Blick in Richtung Kunstmuseum und Stadtzentrum. Blick in Richtung Kunstmuseum und Stadtzentrum.
St. Alban

Neue Strassengestaltung in St. Alban-Vorstadt

Ausgelöst durch die anstehende Erneuerung der Strom-, Telekom- und Wasserleitungen zwischen St. Alban-Graben und Malzgasse soll in der St. Alban-Vorstadt der Strassenraum in diesem Abschnitt auf der Basis des Gestaltungskonzeptes Innenstadt attraktiver und sicherer gestaltet werden.

Die Strassenraumgestaltung in der St. Alban-Vorstadt soll im Bereich St. Alban-Graben bis Malzgasse gänzlich neugestaltet werden, und dies auf der Basis des Gestaltungskonzeptes Innenstadt, wie es zum Beispiel in der Rittergasse bereits umgesetzt worden ist. Das bedeutet, dass die Trottoirränder wegfallen und im Gegenzug die Strassenränder mit geschliffenen Rheinwacken gepflästert werden. Der übrige Fahrbahnbereich wird geteert.

Auslöser Leitungsersatz

Auslöser für die Neugestaltung ist der bevorstehende Ersatz respektive Reparaturen an den unterirdisch verlegten Leitungen in diesem Bereich. Die Kosten für die Neugestaltung des Strassenraums werden auf 3 Mio. Franken veranschlagt. Darin nicht enthalten sind die Arbeiten an den unterirdisch verlegten Leitungen, die grösstenteils von der IWB übernommen werden.

 

Wichtig wird nach Abschluss der Bauarbeiten sein, dass im neugestalteten Bereich die Tempo 30-Zone aufgehoben und neu die Fussgängerzone mit Tempo 20 und Vortrittrecht für Fussgänger gelten wird. Dies werde für die Fussgänger ebenso wie für die Zweiradfahrer für mehr Sicherheit sorgen. In die gleiche Richtung zielt die Einführung eines Einbahn-Verkehrsregimes, das vom Mühleberg in Richtung Malzgasse gelten wird. Um den nach wie vor in beiden Fahrtrichtungen zirkulierenden Zweiradverkehr sicherer zu gestalten werden 10 Nachtparkplätze aufgehoben, auf denen bisher zwischen 19 und 7 Uhr sowie sonntags ganztägig parkiert werden konnte. Beibehalten werden sollen demgegenüber die bisherigen acht normalen Parkplätze sowie die zwei Behindertenparkplätze zwischen St. Alban-Graben und Mühleberg. Erhöht werden wird auch die Zahl der Abstellplätze für Velos und Motos von heute zirka 45 auf neu 60 Plätze.

Eine besondere Behandlung erfährt der Kreuzungsbereich Mühlenbergstrasse und St. Alban-Vorstadt mit dem seit 1915 unter Denkmalschutz stehenden Schöneck-Brunnen und der Linde. Dieser wird gänzlich mit geschliffenen Rheinwacken gepflästert und der heute bestehende Niveauunterschied zwischen Fahrbahn und Gehbereich aufgehoben. Mit dieser Lösung wird zugleich der Platzcharakter des Kreuzungsbereichs verstärkt. «So entsteht um den Schöneckbrunnen und die dort wachsende Linde ein Ort, der noch mehr zum Verweilen einlädt. Deshalb kommen dort auch drei Bänke zu stehen», hält das Bau- und Verkehrsdepartment in einer im August 2017 publizierten Medienmitteilung fest.

Widerstand aus Quartier

Es gibt aber auch Widerstand gegen das Gestaltungskonzept. Kritisiert wird konkret der Wegfall der höhenversetzten Trottoirs sowie der Einsatz der geschliffenen Rheinwacken. Einerseits führe dies zu Verunsicherung und weniger Schutz für die Fussgänger und anderseits seien die Wackensteine «Stolpersteine», die auch beim Befahren mit Velos eine «holprige Angelegenheit» sei, beklagt sich Anwohner Harry Morath in seinem Leserbrief, der unter Leserbriefe abgedruckt ist.

Infobox

Gestaltungskonzept Innenstadt

Das Das Gestaltungskonzept Innenstadt definiert die St. Alban-Vorstadt als Historische Vorstadtstrasse, für die laut Planungshandbuch zum Gestaltungskonzept nachstehende Überlegungen zugrunde gelegt werden:

«Die historischen Vorstadtstrassen sind Zeugen konsequenter Stadterweiterungen zwischen der Kernstadt und der äusseren, dritten Stadtmauer Grossbasels. Massgebend für die Typenbildung ist der besondere stadträumliche Charakter. Gesäumt von noch grossteils intakter Altstadtbebauung präsentieren sie sich im Vergleich zu den Gassen der Kernstadt als lineare Ausfallachsen. Endpunkte bilden heute noch teilweise die alten Stadttore der äusseren Mauer Grossbasels. Schmale Profile sollen künftig ohne Höhenversatz ausgestattet und somit die historische Bebauung eng mit den Strassenräumen verknüpft werden. Breite Strassenprofile mit hoher Verkehrsbedeutung werden mit Höhenversatz ausgebildet. Grüne Einzelelemente zeichnen besondere Orte aus. Das bevorzugte Material ist Asphalt. Kombinationsmöglichkeiten bieten die Kieselwacke und Alpnacher Quarzsandsteinpflaster.»

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